Das Magazin für Gastlichkeit, Design und Kultur

Die Kraft der Schönheit

Helle Tage, sonnige Laune

Sich seine eigene Bedeutungslosigkeit zu vergegenwärtigen, kann sehr entlastend sein. „Wenn wir uns selbst zu wichtig nehmen“, schrieb die große Autorin Vicki Baum, „hat es zur Folge, dass auch unsere Zahnschmerzen sehr, sehr wichtige Zahnschmerzen werden.“ Alles wird in einem Ausmaß vergrößert und kompliziert, das in keinem Verhältnis zur Wirklichkeit steht: Ambitionen, Erfolge, Fehler, die Kinder, die Ehe, jede Schuld, jede Angst. Demut kann helfen, sich selbst in Relation zu setzen und in Zeiten wie diesen nicht die Zuversicht zu verlieren. Vor zu viel Bescheidenheit wiederum warnt aber der Soziologe Stefan Selke, mit dem Anne Jeschke über Utopien gesprochen hat (S. 78): „Wir müssen trotzdem am großen Ideal festhalten. Und dann überlegen: Was muss ich als Erstes tun, um in diese Richtung zu kommen? Welche Privilegien bin ich bereit aufzugeben?“

Sich an nichts festklammern, sich selbst nie zu ernst nehmen – das muss natürlich nicht bedeuten, auf schöne Dinge zu verzichten. Denn Stil und Mode sind für uns bei SALON Vergnügen und Spielerei, Eitelkeit sehen wir so sportlich wie Goethe. Zu seiner Zeit schrieb er in Weimar für das „Journal des Luxus und der Moden“, Deutschlands erster Modeillustrierten. Gemeinsam mit der Uhrenmarke Breguet haben wir für Sie ein paar Seiten dieses frühen Lifestyle-Magazins nachgedruckt und dieser Ausgabe beigelegt. Und Sie werden sehen: Die Themen von damals sind die Themen von heute – Reisen (Schriftsteller Daniel Schreiber war für uns auf Sizilien, die Illustratorin Elisabeth Moch hat alles in Aquarell gemalt, S. 99), Tischkultur (die neuesten Porzellane auf S. 110) und Wanddekoration (Edward Bulmers kräftige Töne auf S. 42). Sind wir so altmodisch? Nein, manches bleibt einfach, wie es ist. Schöne Dinge geben uns Kraft.

Viel Freude mit SALON!

Anne Petersen

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