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SALON No 22 Limited Vintage Cuvée Sonne im Glas

Das Weingut Bertani bei Verona zählt zu den renommiertesten Italiens. Gemeinsam mit unserem Weinexperten Nikolas von Haugwitz hat Chief Winemaker Andrea Lonardi eine weiße Cuvée aus Soave und Chardonnay kreiert – exklusiv für SALON

Sonne im Glas

Dort, wo die Alpen auf die Po-Ebene treffen, befindet sich eine der unzähligen Weinparzellen von Bertani: Andrea Lonardi und Nikolas von Haugwitz in den Reben, die auf vulkanischem Boden wachsen — ideal für die Qualität des Soave

Andrea Lonardi stellt sich auf eine morsche Holzbank und blinzelt. Die mediterran heiße Herbstsonne steht hoch am hellblauen Himmel, der Wind raschelt in den Blättern und Zweigen der Reben, die reifen Trauben ziehen die Äste nach unten. Der Chief Winemaker des Weinguts Bertani dreht sich einmal im Kreis, er sieht: die mit Weingärten übersäten sattgrünen Hügel im Weingebiet Valpolicella, dahinter die weißen Bergspitzen der Alpen, unten im Tal die Pianura Padana, über der, wie so oft, Nebel ruht. Italien liegt dem Mann wortwörtlich zu Füßen, „und ganz da hinten liegt Venedig“, sagt er. Es ist Weinlesezeit. 24 Stunden reichen an Tagen wie diesen nicht aus für einen wie Lonardi, aber wir sind ja schließlich in Italien. Dolce vino! Dolce vita! „Erst einmal fahren wir hinunter ins Dorf, einen Espresso trinken, ein Espresso geht immer, und dann geht’s an die Arbeit“, sagt der Weinkenner, Schnauzer, offenes Hemd, lederne Monkstraps, und springt von der Bank herunter.

Sonne im Glas

Weinlese auf Gut Bertani: Behutsam sortieren die Arbeiterinnen die Trauben

Bertani ist eines der weltweit renommiertesten Weingüter. Ihr „Amarone Superiore“ zählt zu den besten Rotweinen Italiens, ihr weißer Soave wurde einst Fürsten und Staatsoberhäuptern ­kredenzt. Bei der Krönung Georges VI. von Großbritannien am 13. Mai 1937 wurde er zu norwegischer Languste, violettem Spargel und Hühnchen serviert. In Zusammenarbeit mit dem Weinexperten Nikolas von Haugwitz hat Lonardi eine weiße Cuvée aus Soave und Chardonnay kreiert – exklusiv für SALON. Dies ist die Geschichte der Entstehung des Weins. „Gemeinsam mit diesem historischen Weingut eine Edition ins Leben zu rufen, ist ein Privileg und eine wunderbare Herausforderung“, sagt von Haugwitz, Bluejeans, Cowboy­stiefel, Samtjackett, der, wenn er nicht gerade für SALON nach Italien reist, CEO der Schuler St. Jakobskellerei in Luzern ist.

Sonne im Glas

Andrea Lonardi und Nikolas von Haugwitz verkosten den Wein

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Rebsorte Soave etwas an Wertschätzung verloren, sie ist aus der Mode gekommen, das soll sich nun ändern. „Ich will dem Soave wieder den Stellenwert geben, den er einst zu Recht hatte“, sagt Lonardi und reicht die Espressotassen herum.

Es ist nun später Vormittag, Lonardi und von Haugwitz sind zu einer der unzähligen Weinparzellen gefahren, die Bertani hier, wo die Alpen auf die Po-Ebene treffen, bewirtschaftet. Die Reben sind umfasst von einer mittelalterlichen Kalksteinmauer, an die sich Efeu krallt und aus der Kapern sprießen. Schnecken kriechen über die Steine, Eidechsen verschwinden dahinter. Auf einem Hügel thront windschief ein alter Wachturm. Oleander wuchert. Der Boden ist vulkanisch – ideal für die Qualität des Soave. Tags zuvor hat es noch geregnet, nun sind die Rebstöcke getrocknet und können geerntet werden. Lonardi geht durch die Reihen, begutachtet die Arbeit der Männer und Frauen, die behutsam Traube für Traube in die Sammelkörbe legen. Dann zieht er ein Refraktometer aus der Tasche, drückt das kleine Gerät an einen Traubenkern, um den Zuckergehalt zu messen. Er wirkt wie ein Kinderarzt, der sich liebevoll um die Gesundheit seiner kleinen Patienten sorgt.

Sonne im Glas

Andrea Lonardi studierte Weinbau in Bologna und Montpellier. Aktuell interessiert er sich dafür, dem etwas aus der Mode geratenen Soave wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken

Arzt? Lonardi lacht. Wollte er nie werden. Winzer wollte er sein, immer schon, wie sein Vater, wie seine Mutter, die ihn, 46 Jahre ist das her, ausgerechnet während der stressigen Weinlese zur Welt brachte. Er studierte Weinbau in Bologna, in Montpellier, er arbeitete in Kalifornien und in zahlreichen Weingütern Italiens, 2012 heuerte er bei Bertani an, wo er seitdem für die exzellente Qualität des Weins verantwortlich ist. Er lässt das Refraktometer wieder in der Hosentasche verschwinden, zupft noch ein paar Traubenkerne von der Rebe, isst sie, schmatzt zufrieden. „Tutto perfetto“, sagt er, schmunzelt und dreht sich zu von Haugwitz um, „komm, lass uns ein bisschen über den Wein nachdenken, den wir gemeinsam machen wollen.“ Die Augen der beiden glänzen.

Ein geschwungener Kieselweg führt durch das Rebenmeer zur Villa Mosconi Bertani, die sich im neoklassizistisch-­venezianischen Stil an die dunkelgrünen Hügel schmiegt. Marmorstatuen mythischer Gottheiten schauen in den akkurat gemähten Innenhof hinab. Das Ensemble gilt als der Geburtsort des „Amarone“. Zur Zeit der Romantik trafen sich hier die Dichter und Denker Veronas. Lonardi parkt seinen Wagen vor einem kleinen, unscheinbaren Seitengebäude, einem ehemaligen Stall. Er öffnet die krächzende Holztür, bittet in einen aufgeräumten, fast leeren Raum. Nur ein Tisch, Stühle, Schwarz-Weiß-Bilder an der Wand. Sie zeigen alte Aufnahmen von der Kellerarbeit. Auf einem Fenstersims sind Steine aufgereiht. Vulkangestein. Kalk. Der Boden des Valpolicella.

„Unser Wein soll Spaß machen, aber auch anspruchsvolle Genießer beglücken“, sagt von Haugwitz und erklärt, warum ihm da sofort Bertanis Soave in den Sinn gekommen sei: „Er ist nicht überkomplex und trotzdem sehr anspruchsvoll, weil er die italienische Leichtigkeit in sich trägt.“ Dann fügt er hinzu: „Ich stelle mir eine leichte Karamellnote vor, frische Säure.“

Lonardi reicht mit Vanillecreme gefüllte Windbeutel und Mille-feuille herum, Veroneser Spezialitäten. Ihm wäre es ein Anliegen, den gemeinsamen Soave ausschließlich aus den Trauben zu gewinnen, die hier, auf dem guten Vulkangesteinsboden der Hügel wachsen. „Wenn du eine Flasche öffnest, zeigst du damit dich selbst – und was dir deine Gäste wert sind“, das sei seine Philosophie.

Sonne im Glas

Gipfeltreffen: Nachdem Andrea Lonardi und Nikolas von Haugwitz die Idee für ihren Wein entwickelten, kommen alle zum großen Finale zusammen. Mit Anne Petersen probieren sie die verschiedenen Cuvées, atmen den Duft, trinken, diskutieren — und finden die eine, die richtige Edition für SALON

Von Haugwitz schnappt sich einen der Windbeutel. „Und wie wäre es, wenn wir eine Cuvée kreieren?“, fragt er und hat sofort eine Vorstellung: rund 95 Prozent Soave und etwa 5 Prozent Chardonnay, um dem Wein mehr Körper und Struktur zu geben. „Er wird dadurch eleganter und bekommt ein größeres Lagerpotenzial.“

Einige Monate später ist die Idee Wirklichkeit geworden. Der Weißwein, limitiert auf 3000 Flaschen, leuchtet im Glas wie ein sonniger Morgen. Lonardi ist zufrieden: „Ob anspruchsvolle Experten oder reine Genießer, unser Wein soll die Leute an einem Tisch vereinen.“

So können Sie den Wein kaufen

Die „SALON No 22 Limited Vintage Cuvée“ wird exklusiv über das KaDeWe und das Alsterhaus vertrieben. Den auf 3000 Flaschen limitierten Weißwein gibt es zum Preis von 14,95 Euro ausschließlich in den Weinabteilungen dieser beiden Häuser sowie online unter: schulerweine.de oder schuler.ch

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