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Wir treffen uns im Garten

Wir treffen uns im Garten

Einen Tisch schön zu decken, markiert immer einen Anlass. Ein Fest ist die Ausnahme von der Regel. Die Dekoration, schöne Kleider, Blumen, klingende Gläser – all das taugt dazu, den Moment zu überhöhen. Ein ganzer Pulk von Gästen, die mit Sträußen, Salatschüsseln, Kleinkindern auf dem Arm die Treppen hochpoltern, und dann, später der Chor der Stimmen am Tisch, eine wellenartige Symphonie der Gespräche, unterbrochen von Gelächter, das hat mir schon als Kind gut gefallen. Ich freue mich sehr darauf, wieder Feste zu feiern – der Tisch ist schon gedeckt. 

Der Künstler David Hockney sieht das Fest des Lebens übrigens in der Spontanität, sie ist sein Lebenselixier. Nach 50 Jahren Kalifornien hatte er nach einem Besuch in London keine Lust mehr auf den langen Flug zurück und suchte sich in der Normandie ein altes Haus umgeben von Obstbäumen. Ein Refugium auf dem Land, danach haben sich viele von uns in letzter Zeit gesehnt. Flexibel reagieren und nicht den Humor verlieren, das haben wir inzwischen gelernt. Und wissen jetzt vieles mehr zu schätzen: In die Sonne blinzeln und aufs Meer blicken (z. B. wie Picasso an der Côte d’Azur, mit der Vespa durch Rom sausen (wie Mafalda von Hessen), am Pool mit lackierten Zehen wackeln und endlich wieder Freunde einladen. Einen Anlass zum Feiern werden wir diesen Sommer alle haben. Denn eines ist sicher, wie David Hockney sagt: „Der Frühling kann nicht gestrichen werden! Genauso wenig der Sommer.“