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Mit Understatement Eindruck schinden

Mit Understatement Eindruck schinden

Unberechenbare Freundlichkeit ist ein Glücksfall, eine Überraschung, die den Alltag durchbricht, ein Weckruf an mein Gegenüber. Ein Lächeln, ein spontaner Witz, ein Kompliment sind manchmal die besten Geschenke. Vor allem weil uns das Materielle heute oft erschöpft, statt zufriedenstellt.

Wir leben in einer Zeit, in der man mit Understatement den meisten Eindruck schindet. Die Statussymbole von heute sind nicht käuflich. Niemand will und kann heute noch mit seinem Auto oder einer Fernreise angeben. Dazu passt auch die Renaissance der Nachtzüge (die nur die Deutsche Bahn verpasst). Ich warte auf den ersten Schlafwagen, der auf Businessclass-Niveau CO-bewusste Passagiere über Nacht zum Geschäftstermin bringt. Bis das so weit ist, testen wir alle mal den österreichischen Nightjet nach Florenz (nur eine Idee aus unserer Geschichte voller Reiseziele, die man ohne Flieger erreicht). Dass weniger mehr ist, hat Jil Sander schon immer gewusst – mit dem Zusatz: Es muss nur das Richtige sein. Darum schwärmt Denis Scheck von einem Imbiss an der Costa Brava „mit dem Charme einer bankrotten Eisdiele“, in dem köstliche Seeigel und Schwertmuscheln serviert werden. Und darum lieben wir das einfache Landhaus der amerikanischen Keramikerin Dora Good auf Mallorca.

Eine Schnapsidee hatten wir noch: Entstanden ist daraus unser erster Wein, die „SALON ­Limited Vintage Cuvée“, ent­wickelt mit dem italienischen Weingut Bertani. Auf den Frühling!

Viel Freude mit SALON!

Anne Petersen

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