Das Magazin für Gastlichkeit, Design und Kultur

Ein Tisch für uns alle

Ein Tisch für uns alle

Eine Lieblingsszene in dieser Ausgabe: Der 13 Jahre alte Denis Scheck sitzt ganz allein in einem Ein-Sterne-­Lokal einer schwäbischen Kleinstadt. Den Tisch hat er selbst reserviert. „Bei dieser Mutprobe ging es mir nicht so sehr ums Essen“, schreibt er. „Dieser Besuch war ein stiller Protest gegen den schleichenden sozialen Abstieg meiner Familie. Die Firma meiner Mutter hatte Konkurs anmelden müssen, das Geld war weg.“ So beginnt unser Kolumnist seinen Beitrag über die Qualen des Allein­essens – und spricht damit eine Sehnsucht an, die uns die letzten Wochen begleitet hat: endlich wieder zu einer großen Runde einzuladen. Als mir der in New York lebende Künstler Hugo Guinness seine Partybilder schickte, bemerkte er dazu, er vermisse wohl Menschen. Deshalb würde er sich seine Feste zurechtspinnen, mit dem Glamour der 60er-Jahre, großartigen Kleidern und spektakulären Buffets. Bilder, in die man hineinspringen möchte, genau richtig als Titel des Tischgesprächs.

Wer in der Fantasie reist, muss sich nicht ausweisen und auch kein Fieber messen lassen. Auf Traumpfaden wandeln, vom Weg abkommen, das ist unsere Empfehlung für den Herbst. In der Redaktion entstanden so die üppigen Blumenarrangements vor Kunstwerken von Claude Monet, die schönsten Porzellanstapel im Spülbecken oder das imaginierte Menü von Napoleons Hochzeit. Das findet man übrigens auch in unserem ersten SALON-Buch „Legendäre Dinner“, das jetzt im Prestel Verlag erscheint – und Inspiration bietet, für große Runden, aber auch für Solisten.

Viel Freude mit SALON!

Anne Petersen

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