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Editorial Über den Tellerrand SALON N°16

Über den Tellerrand SALON N°16

Das Mobiltelefon hat uns das Telefonieren gründlich abgewöhnt. Mittlerweile ist es ja so smart, dass ich seine ursprünglich Funktion fast vergessen habe. ich wische und starre und verpasse die Bahn, weil ich verschluckt wurde (das geht ganz schnell, und man merkt es immer erst eine halbe Stunde später). Sollte mein Gerät tatsächlich klingeln, bekomme ich einen Schreck. So ein Anruf verursacht Stress, weil er fast immer ungelegen kommt. Karina Lübke entdeckt darum das Festnetztelefonieren neu - eine heilsame Regression, sehr entspannend und offensiv nostalgisch – wie einige Themen in dieser Ausgabe: Petra Hartlieb rettete eine Buchhandlung, Theaterregisseur Thomas Ostermeier hängt an der gedruckten Zeitung, und wir empfehlen Kino statt Netflix. Originell ist das nicht, denn jeder, der sich heute einen fortschrittlichen Anstrich geben will, ist irgendwie konservativ. Das sehr Altmodische wird Avantgarde. Warum nicht? Wer sich vorwärtsbewegt, darf auch nach hinten blicken, Hauptsache, man sieht die Dinge immer wieder mit anderen Augen. Wie unsere Köchin Frauke Koops: Sie verarbeitet all jenes Gemüse, das den Schönheitswettbewerb im Supermarkt nie bestehen würde, zu einer köstlichen Herbstküche. Darüber hinaus können Sie Ihren Horizont mithilfe unserer 25 Tipps erweitern. Wie man grenzenlos denkt, lehrt uns auch Michael Romano. Für den Hochstapler, der als 10-Jähriger in die USA kam und als 50-Jähriger ganz Hollywood bei sich zu Gast hatte, konnte der Horizont gar nicht weit genug sein.

Viel Freude mit SALON!

Anne Petersen

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