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Editorial Aufbruchsstimmung! SALON N° 10

Aufbruchsstimmung! SALON N° 10

Mit Gemüse lässt sich die Welt nicht retten. Ida Hofmann und Henri Oedenkoven hatten das geglaubt, als sie 1900 eine alternative Lebensgemeinschaft, eine „vegetabile Cooperative“, im Tessin gründeten. Die Utopisten vom Monte Verità hielten vergeblich Diät. Darum empfehlen wir: Essen Sie ordentlich! Aber: Blicken Sie bei Tisch mal über den Tellerrand und entdecken Sie das Zuhause als kleinstmöglichen Versammlungsort. Ein Abendessen ist das perfekte Forum für Rede und Gegenrede, und, wie Jana Hensel in diesem Heft schreibt, die unmittelbarste Art, „politisch zu werden“ in diesen Zeiten.

Aber – keine Angst – SALON ist nicht „Der Spiegel“ (Wir sehen einfach besser aus ...), und natürlich finden Sie in dieser Ausgabe wie immer die richtige Mischung aus puren Oberflächlichkeiten (zu schön: Der englische Landsitz „Deans Court“) und knallharten Rechercheergebnissen (Der neue Schirn-Chef Demandt trägt zu Hause Jogginghosen).

Man braucht tiefe Wurzeln, um über sich hinauszuwachsen, sagt Jean-Claude Biver im Interview. Hermann Hesse ließ sich auf dem Berg der Wahrheit damals im Tessin bis zum Hals in die Erde schaufeln. Wurzeln schlug er nicht. Aber ein wenig von dem Idealismus und der Aufbruchsstimmung der kleinen Gemeinde von damals wünschen wir Ihnen für dieses Frühjahr.

Viel Freude mit SALON!

Anne Petersen

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